Videoadaptierung auf Linux Router
basierend auf der openWRT Linuxdistribution
Vortrag und Demostand
openWRT ist eine Linuxdistribution, die speziell für WLAN Router entwickelt wurde. Ursprünglich zielte die Distribution nur auf das Routermodell Linksys WRT54 ab, jedoch wird mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Hardwareplattformen unterstützt. Bei openWRT handelt es sich um eine sehr schlanke Distribution, die auf die eingeschränkten Resourcen der Hardwareplattform zugeschnitten ist. Im Falle des Linksys WRT54GL sind dies eine RISC CPU mit 200 MHz Taktfrequenz, 16 MB Hauptspeicher und 4 MB Flash-Speicher. Nichtsdestotrotz verwandelt openWRT den Router in ein kleines Linuxsystem mit Shell, Dateisystem, Daemons (SSH, HTTP, DHCP) und einem eigenen Paketverwaltungssystem. Ein ebenfalls frei verfügbares Software-Development-Kit (SDK) ermöglicht die Entwicklung eigener Software bzw. Portierung vorhandener Software auf den Router.
Basierend auf dieser Plattform wurde in der Forschungsgruppe Multimediakommunikation (MMC) amd Institut für Informationstechnologie eine Proxysoftware entwickelt, welche die Adaptierung von skalierbaren Videoströmen direkt am WLAN Router ermöglicht. Die Videoströme basieren auf dem Scalable Video Codec (SVC), der eine skalierbare Erweiterung des bekannten Videocodecs H.264/AVC darstellt. Bei diesem Codec wird das Videomaterial zunächst in Schichten (Layern) encodiert, die Adaptierung des Videos (z.B. Anpassung an eine bestimmte Bildschirmauflösung oder verfügbare Netzwerkbandbreite) erfolgt durch Hinzunahme bzw. Entfernen einzelner Schichten aus dem Videostrom. Dies ist i.A. nicht rechenintensiv und Untersuchungen mit der Proxy-Implementierung haben gezeigt, dass mehrere Videoströme parallel auf dem WLAN Router adaptiert werden können.
Vortragender
Univ. Prof. Dr. Hermann Hellwagner
DI Robert Kuschnig (Demo-Stand)
Institut für Informationstechnologie
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
